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Lexikon IV
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Fahrwerkstechnik: Der Lenkkopf
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Den größten Einfluß auf das Handling eines Motorrades hat der Lenkkopfwinkel. Denn je kleiner der Lenkkopfwinkel ist, desto größer ist der Radstand und umgekehrt. Ebenfalls durch den Lenkkopfwinkel wird der Nachlauf beeinflußt welcher maßgeblich das Kurvenhandling eines Zweirades bestimmt. Der Nachlauf ergibt sich, wenn man die Lenkachse (nicht zu verwechseln mit der Gabelachse) soweit verlängert bis sie auf die Fahrbahnoberfläche trifft und gleichzeitig die Vorderradachse senkrecht nach unten ebenfalls bis zur Fahrbahnoberfläche auslotet. Der Abstand zwischchen diesen beiden Punkten ist der Nachlauf. Daraus, das die Lenkachse die Fahrbahn vor der Vorderachse durchstößt ergibt sich die Tatsache ,das das Vorderrad von der Gabel gezogen wird. Da ein gezogenes Rad ständig das Bestreben hat zurück
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in Geradeausstellung zu gehen, liegt es sehr ruhig auf der Fahrbahn, weshalb man mit einem Zweirad ja auch freihändig fahren kann.Motorräder mit sehr geringen Nachlauf reagieren “sofort” (auf Lenkbewegungen) und sind sehr wendig so daß sie fast von allein in die Kurve fallen, haben andererseits aber auch einen schlechten Geradeauslauf und sind bei hohen Geschwindigkeiten und unebener Fahrbahn recht instabil. Ein großer Nachlauf bringt Ruhe ins Fahrwerk, verleiht dem Motorrad einen guten Geradeauslauf und macht es unempfindlicher gegen Fahrbahnunebenheiten. Allerdings läßt es sich schwerer einlenken und benötigt einen großen Wendekreis.
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Auch der Radstand (siehe Bild links) spielt für das Handling eines Zweirads eine große Rolle.So haben Mo- torräder mit kurzem Radstand einen kleinen Wendekreis und lassen sich mit geringen Kraftaufwand einlenken. Will man dagegen mit einem Motorrad mit langem Radstand den gleichen Kurvenradius wie mit kurzen Radstand fahren, so muß der Lenker wesentlich weiter eingeschlagen werden, was einen höheren Kraftaufwand erfordert, da das durch den Nachlauf erzeugte Rückstellmoment wesentlich größer ist.
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Ein weiterer entscheidender Aspekt, der durch den Lenkkopfwinkel bestim- mt wird ist die Drehachse um die das Motorrad bei Kurvenfahrt kippt.Die Drehachse wird ermittelt, in dem man von der Lenkachse eine Linie im Winkel von 90° Grad zum Reifenauf- standspunkt des Hinterrades zieht. (Bild links ). Je größer (steiler)der Lenkkopfwinkel ist, umso tiefer ver- läuft die Drehachse und umgekehrt.Da alle Motor und Fahrwerksteile inclu- sive des Fahrers, dem Massenträgheitsgesetz unterliegen , wird es daher beim Einlenken in die Kurve ungleich schwerer diese aus ihrer Ruhelage zu bringen je weiter entfernt sie sich von der Drehachse befinden.Das heißt, der Fahrer muß nicht nur eine größere Kraft aufbringen um das Motorrrad umzulegen, sondern das Fahrwerk reagiert auch träger und schwerfälliger.Da natürlich nicht alle Teile nach unten versetzt werden können, versuchen die Konstrukteure wenigstens das schwerste Teil, nämlich den Motor so nah wie möglich im Bereich der Drehachse zu plazieren.Außerdem wirkt die sich schnell drehende Kurbelwelle wie ein Kreisel, der nur schwer aus seiner Bahn zu kippen ist,weshalb bei einem optimal plazierten Motor die Drehachse genau durch den Bereich der Kurbelwelle verläuft. Über die Funktion eines Kreisels habe ich schon an anderer Stelle berichtet.(siehe Kreisel).
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Nicht umsonst besaßen Bahnmaschinen früherer Jahre häufig einen über Rändelschraube verstellbaren Lenkkopf (Bild rechts) um damit den Nachlauf und damit das Einlenkverhalten und den stabilen Geradeauslauf auf die Verhältnisse der jeweiligen Bahn anzupassen. Der Nachlauf bei modernen Gespannen und Langbahn-Solomotorrädern ist heute sehr gering ja fast bei “Null”.Der Lenkkopfwinkel bei Speedway- und Langbahnmaschinen liegt meistens Zwischen 75° und 85° Grad, während Gespanne und Eisspeedwaymaschinen einen Lenkkopfwinkel zwischen 60° und 70° Grad haben.Gemessen wird dabei immer von der 0° Linie aus.
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Monoshock-Hinterradfederung
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Die Federung hat die Aufgabe, die Reifen immer mit dem Fahrbahnuntergrund in Berührung bleiben zu lassen, weil man nur dann ein Bike beschleunigen, verzögern und steuern kann.Speedwaybikes besitzen eine starre Hinterrad- aufhängung,weil hier die Bahnen relativ eben sind,die Geschwindigkeit nicht so hoch und das Bike beim Driften besser zu kontrollieren ist.
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WieJa-Speedwayrahmen mit starrer Hinterradauf- hängung
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Auch Eisspeedwaybikes hatten bis Ende der 80er Jahre eine starre Hinterradaufhängung, doch erkannte man hier als erstes die Vorteile eines Monoshock gefederten Hinterrades. War es doch dadurch plötzlich möglich auch bei schlechter werdenden Eis, die Kurven extrem innen zu durchfahren. Ex-Weltmeister Jarmo Hirvasoja, der stets mit viel Schwung extrem außen fahrend seine Gegner überholte, wäre mit dieser Fahrweise heute Chancenlos.
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Langbahn- Motorräder besitzen schon seit je her eine Hinterradfederung, die lange Zeit aus einer Rundrohrschwinge bestand, die sich mit zwei Federbeinen am Rahmenheck abstützte. Unterschiede gab es nur in der Einbaulage und in den Anlenkpunkten der Stoßdämpfer. Die Wende kam aus dem Moto-Cross-Bereich, denn dort werden sehr lange Federwege mit möglichst progressiver Federkennung benötigt.Um dieses Ziel bei möglichst geringen bzw.variablen Einbauraum zu erreichen wurden Monofederbeine entwickelt. Eine Monoshock- Hinterrad-Aufhängung wird über eine Strebe mit der Schwinge verbunden, damit die Federung am geeignetsten Platz eingebaut werden kann.
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Gab es am Anfang der Monofederbein-Entwicklung Federn mit progressiver Federkennung, wobei der Fahrer je nach Gewicht und Bahnbeschaffenheit die Vorspannung der Feder mit einem Hakenschlüssel einstellen konnte, so hat man das System inzwischen verfeinert und zusätzlich mit einem Ausgleichbehälter versehen. Dieser ist in den meisten Fällen am Stoßdämpfer angegossen oder wenn nicht genügend Platz vorhanden ist am Rahmen angebracht und mittels Stahlflexschlauch mit dem Stoßdämpfer verbunden.In diesem befindet sich ein Kolben dessen eine Seite mit Stoßdämpferöl befüllt ist und auf der anderen Seite Stickstoff enthält. Durch die Trennung von Stoßdämpferöl und dem Stickstoff wird die Emulsionsbildung, also Schaumbildung von Öl und Stickstoff verhindert, wodurch eine gleichbleibende Dämpfung auch bei härtester Beanspruchung garantiert wird.
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Oben ein Monofederbein mit ein- stellbarer Druck-und Zugstufe der Firma WHITE-POWER und darun- ter ein ebenfalls mit seperaten Kolben ausgerüstetes Federbein von ÖHLINS in der Maschine von Mat- ten Kröger
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